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           2. Tutorial                        
 Portrait
-Überarbeitung:
     Extreme Portrait-Retusche 
Portrait_Bildbearbeitung

Einleitung Portrait-Überarbeitung/Makeover: Die Portrait-Retusche bzw. Bildüberarbeitung von Portraits darf wohl als die Königsklasse der Bildbearbeitung  bezeichnet werden. Um zu überzeugende Ergebnisse zu gelangen sind vor allem Erfahrung und Feingefühl gefragt. Es sind gute Kenntnisse im Umgang mit z. B. Photoshop notwendig um nicht Tage mit unsinnigem Ausprobieren zuzubringen um am Ende trotzdem zu scheitern. Eine Monitorkalibrierung ist ebenso vorab zu empfehlen wie einige zwischenzeitliche Probeausdrucke um farblich nicht ganz in die falsche Richtung zu laufen. Grosse Sorgfalt bei der Bearbeitung der Haut zeigt sich dann "ungeschminkt" auf dem hochauflösenden Ausdruck.

Wichtig: Das Ausgangsbild kann für einer starke Überarbeitung durchaus Schwächen zeigen sollte aber mindestens mit 6 Megapixeln aufgelöst sein, jede höhere Auflösung ist natürlich noch besser. Zur Umsetzung dieser Anleitung werden mehr als nur einige Grundbegriffe im Umgang mit dem Programm Photoshop vorausgesetzt. Auch diese umfassendere Bearbeitung ist übrigens "nur" in der Programmversion Photoshop 6.0 entstanden, diese Version ist also bereits voll ausreichend, alle höheren Versionen können hierzu aber auch verwendet werden.

Bei der hier vorgestellten Portraitretusche handelt es sich um eine extreme Überarbeitung die weit über das Maß einer Basis-Retusche bzw. einfache Überarbeitung hinausgeht. Dies ist eher eine themenbezogene Freestyle-Bildbearbeitung inklusive umfassendem Makeup mit einigen künstlerischen Freiheiten. Die dargestellte Person hatte sich darüber sehr gefreut, war von dem Ergebnis angetan...
 


1.
Das Ausgangsbild:


Das Ausgangsbild ist farbig im RGB-Modus,
Größe ca 25 x 25 cm / 150 Pixel/Inch.
Das Bild ist etwas verwaschen und farblich leicht verfälscht. Die dargestellte Person hat ausserdem mit dem Modeln keine Erfahrung.
Genereller Hinweis:
Nach Möglichkeit sollte der RGB-Modus (Lichtfarbmischung für Bildschirmdarstellung) generell beibehalten werden, eine Umwandlung in den CMYK-Modus (Körperfarbmischung für Offsetdruck) und die Rückwandlung ist nicht zu empfehlen da hierbei  Qualitätsverluste in der Farbtiefe zu erwarten sind. Der RGB-Modus ist für eine spätere Verwendung als Bildschirmdarstellung die erste Wahl.
Für alle Einstellungen wird nun eine eigene Ebene bzw. Einstellungsebene angelegt um spätere Nachkorrekturen und ganze Bearbeitungsschritte rückgängig machen zu können.


Portrait_Bildbearbeitung_1

2.
Überarbeitung der Hautunreinheiten und Fältchen:

Mit dem Stempelwerkzeug aus der Werkzeugpalette wird  zum Zweck der Korrektur der Hautunreinheiten und Fältchen eine erste grundlegende Überarbeitung des Teints vorgenommen. Es ist dabei wichtig die Deckkraft immer wieder anzupassen um keine voll deckenden Töne zu erzeugen. Bei diesem Werkzeug ist große Sorgfalt notwendig, werden hier Fehler gemacht sind meist die nachfolgenden Arbeitsschritte sinnlos. Die Verwendung des Stempels ist nur eine von mehreren Methoden, in den höheren Versionen von Photoshop sind verfeinerte Werkzeuge vorhanden. Die Überarbeitung der Haut hat wesentlichen Anteil an der späteren Ausstrahlung und Schönheit der gesamten Bildretusche bzw. Überarbeitung. Hierbei entsteht  ausserdem die stärkste virtuelle Verjüngung des Portraits.

Portrait_Bildbearbeitung_3

3.
Chirurgische Korrekturen an Nase und Kinn

Mit der Einstellung (Bild - Verflüssigen) werden nun chirurgische Eingriffe an der Nase und am Kinn vorgenommen. 
Auch bei Verwendung dieses Werkzeugs kann es leicht zu
ungewollten Verfremdungen des Portraits kommen, daher ist die exakte Voreinstellung bes. der Werkzeugspitzengröße und des Drucks von großer Wichtigkeit. Es empfielt sich sehr hier ein wenig zu üben um keine Entstellungen oder Verzerrungen entstehen zu lassen. Übertreibungen kommen der Schönheit übrigens nicht sehr entgegen, lediglich eine leichte Annäherung an das Ideal des Goldenen Schnitts ist zu erzielen. Die virtuelle Schönheits - OP ist eigentlich eine eigene Disziplin der ich wohl mal ein eigenes Photoshop Tutorial widmen werde. 

Portrait_Bildbearbeitung_5


4.
Das Ergebnis nach der virtuellen OP:

Man sieht gegenüber Abbildung 2 eine dezente Rücknahme / Reduzierung der Nasenspitze und der Kinnspitze. Ebenso wurden die Augen leicht geöffnet.
Auch die Hand wurde elegant verschlankt, wirkt nun femininer.
Diese Art der Schönheits-Op in Form eines Eingriffs in die Grundgestaltung des Gesichtsaufbaus bzw. der Form lässt sich durch echte Kosmetik sowie die beste Photostudio-Technik nicht oder kaum kaschieren.
Dies ist eine der großen Stärken der virtuellen Bildbearbeitung in Photoshop und dies ganz ohne den Besuch des Arztes oder Krankenhausaufenthalt. Von den sonstigen Risiken einer echten Schönheits-OP ganz zu schweigen.


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5. Rouge auflegen:

Mit dem Airbrush-Werkzeug aus der Werkzeugleiste wird Rouge aufgetragen. Es empfielt sich vorab eine Auswahl zu erstellen um die Partien ausserhalb des zu retuschierenden Wangenbereichs zu schützen. Auch das Rouge sollte auf eine eigene Ebene gelegt werden um es am Ende nachzubearbeiten und auf das übrige Make-Up abzustimmen.
Das Rouge hat hier eine belebende Wirkung und lockert die nun kühle, glatte Ausstrahlung des Teints wieder etwas auf. Dieser Effekt kann zusätzlich durch die Farbwahl des Rouge beeinflusst werden. Das Rouge sollte dann ganz am Ende mit dem Lippenstift und der endgültigen Ausarbeitung des Hauttons/Teint abgestimmt werden. Ebenso ein klarer Vorteil der Bildbearbeitung in Photoshop gegenüber des echten Make-Up das bekanntlich nicht x-beliebig überarbeitet werden kann.


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6. Virtueller Lidschatten und Kajal:

Die Kajal-Linien können mit einem Pfad erzeugt werden (Pfadkontur füllen), weichere Auswahl erstellen. Der Lidschatten mittels des Airbrush-Werkzeugs. Auch hier ist wieder eine prozentual niedrige Einstellung zu wählen um weich in mehreren Schritten arbeiten zu können. Der Farbton hierzu wird im Farbfeld der Werzeugpalette erstellt. Die einzelnen Farbeindrücke der verwendeten Kosmetik sollten dann aber im Detail erst im Finish abgestimmt werden. Es ist wenig zweckmäßig vor der entgültigen Retusche der Hauttöne bereits die farbliche Feinabstimmung des Makeups vorzunehmen.
Auch für die Lidschatten nicht die eigene Photoshop - Ebene vergessen.


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7. Virtuelle falsche Wimpern:

Falsche Wimpern sind für das Gesamterscheinungsbild dieser Portraitretusche von einiger Bedeutung. Zu diesem Zweck wurden aus einem anderen Foto des gleichen Models Wimpern kopiert und eingesetzt. Wenn Bildpartien aus anderen Fotos eingebaut werden sollen ist die gemeinsame hohe Auflösung Voraussetzung, ein Ausschnitt aus irgendeinem Bild niedriger Auflösung führt sicher zum Misserfolg. Um die Natürlichkeit der Wimpern zu unterstreichen wurden diese nicht sehr stark korrigiert. Wichtig ist allerdings, dass die Wimpern ausreichend Kontrast und Schärfe haben.
Wimpern können zusätzlich durch das Verflüssigen-Werkzeug der Form der Augen angepasst werden..


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8.
Wimpern:

Hier sind die Wimpern alleine dargestellt, deutlich sind die Reste der eigentlich zugehörigen Augenpartien zu erkennen, dies lässt sich jedoch durch die Funktion Helligkeit-Kontrast wieder ausgleichen. Es kann sinnvoll sein sich eine Sammlung unterschiedlicher Wimpernkopien anzulegen. Der Grundaufbau von falschen Wimpern ist in Photoshop ebenso möglich aber sehr zeitraubend, ich habe hier den leichteren Weg beschritten.
Augenbrauen, Lippen und Wimpern sollten ebenso jeweils auf eigenen separaten Ebenen liegen um im Abschluss nachbearbeitet zu werden.


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9. Farbkorrekturen des Teints, Augenbrauen:

In einer neuen Einstellungsebene wird nun grundlegend der Hautton nachbearbeitet. Die etwas maskenhaft erscheinende Retusche durch Helligkeit/Kontrast abgemildert und das Make-Up farblich, aber auch in der Intensität abgestimmt. Die Augenbrauen wurden nochmals etwas nachgedunkelt und die ersten Versuche mit Lippenstift gestartet. Insgesamt ist die Gestaltung des Make-Up mit kühleren Farben, leicht in Pastell gehalten um den Frühlingstyp des Models, der sich insbesondere in der Farbe der grün-grauen Augen und der aschblonden Haare darstellt, zu unterstreichen.

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10. Aufhellungen der Haare:

Der blonde Haartyp des Models kam auf der Aufnahme nur sehr ungünstig zur Erscheinung, daher werden die Haare nun über die Gradationskurve (nach Erstellung einer Auswahl) deutlich aufgehellt und leicht blondiert.
Sicher lässt sich der Typ durch Änderungen in der Farbwahl des Make-Up in anderen Ausstrahlungen darstellen, hier wurde jedoch auf die spezielen Wünsche der portraitierten Person eingegangen. Die Aufhellung von blondem Haar kann sehr leicht in einen Grau-Eindruck abrutschen wenn übertrieben wird bzw. bereits ohnehin schon recht viele graue Haare vorhanden sind. Die hier dargestellt Aufhellung bewegt sich sicher schon im Grenzbereich, die ungünstige Ausleuchtung des Photos trägt ebenso zu diesem Phänomen bei.


Portrait Erotik Bildbearbeitung


11. Einfügen des Hintergrunds:

Für den unscharfen, dunklen Hintergrund wurde ein separater Schnappschuß einer Fensterfront derart stark überarbeitet, daß keinerlei Konturen mehr erkennbar sind. Dies kann recht gut über die Funktion (Filter - Weichzeichner - Gaußscher Weichzeichner) vorgenommen werden. Nach dem starken Unscharfzeichnen wurde über die selektive Farbkorrektur und Kontrast die gewünschte Wirkung erzielt. Durch die starke Unschärfe des Hintergrunds entsteht eine Fokussierung des Models im Vordergrund. 





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12.
Endgestaltung:

Das nun fast fertige Bild kann beliebig farblich korrigiert werden. Eine Feinabstimmung der Hauttöne in der Relation zur Farbe des Hintergrundes wird durch die Ansprechbarkeit der einzelnen Ebenen mühelos möglich.
Diese abschliessende Farbkorrektur ist für das Gesamterscheinungsbild des Portraits entscheidend und es besteht jetzt ausserdem die Möglichkeit das Bild in mehreren Versionen zu überarbeiten und abzuspeichern. Auch wenn das Arbeiten auf Ebenen und das Verwenden von Einstellungebenen mühsam erscheinen mag, ist es für die künstlerische Endgestaltung von großer Bedeutung.
Die so entstandene Retusche / Bildbearbeitung zeigt leichte, dezente Erotik-Elemente.



Das Ergebnis im Vorher-Nachher Effekt:

Der Gesamtcharakter des Models wurde stark überarbeitet, die Wiedererkennung bleibt jedoch gerade noch erhalten. Es ergibt sich eine starke Veränderung des Images der Person, weit entfernt von der natürlichen Ausstrahlung. Sicher kann man diese Retusche / Bildbearbeitung als relativ formal einstufen, der Effekt ist aber trotzdem überzeugend.

Tutorial Photoshop
Vorher-Nachher:  Bewegen Sie den Mauszeiger über das Bild

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